B 252/B 62 - Ortsumgehung Münchhausen / Wetter / Lahntal

Die Bundesstraßen B 252 und B 62 sind Hauptverkehrswege und damit zwei der Schwerachsen der Entwicklung im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Sie verbinden die Mittel- Unter- und Kleinzentren der Regionen mit den Handelszentren innerhalb und außerhalb dieser Ordnungsräume. Sie dienen der Verbindung dieser Zentren innerhalb dieser Landkreise untereinander und dienen der Verbindung zwischen den Verdichtungsräumen und den Schwerpunkten der Wochenenderholung.

Die Baumaßnahme ist ein bedeutender Baustein einer ortsdurchfahrtsfreien Verbindung zwischen der A 44 (Diemelstadt im Norden) und der 4-streifigen B 3 bei Marburg im Süden. Sie beginnt an der Ortsgrenze von Burgwald-Ernsthausen und führt westlich der Ortschaften Münchhausen, Simtshausen, Todenhausen, Wetter, Niederwetter, Lahntal-Göttingen in Richtung Süden und schließt an die B 62 an. Die gesamte Baulänge beträgt ca.17,5 km.

Ziele der Maßnahme:

  • Verlagerung des Durchgangsverkehrs aus den Ortschaften zum Schutz der Gesundheit und für die Verbesserung der Qualität des Wohnumfeldes.

  • Verkehrliche Entlastung der kurvigen und unübersichtlichen Ortsdurchfahrten Münchhausen, Simtshausen, Todenhausen, Wetter, Niederwetter, Bahnhof Sarnau und Lahntal-Göttingen (insbesondere vom hohen Schwerverkehrsanteil). Die Ortsdurchfahrten werden durch die geplante Umgehung um bis zu 90% vom Verkehr entlastet.

  • Entlastung von stark belasteten innerörtlichen Knotenpunkten.

  • Beseitigung von Gefahren- und Unfallpunkten durch die Beseitigung der höhengleichen Bahnübergänge und den Bau von teilplanfreien Anschlüssen an die B 236 (Richtung Battenberg), die B 62 (Richtung Biedenkopf) sowie an die verschiedenen Landes- und Kreisstraßen.

  • Ausbau der B 252 als überregionale Straßenverbindung (Straßenkategorie A II) für die Stärkung der Wirtschaft in den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf.

Straßenbauliche Beschreibung und Linienführung

Die Baumaßnahme umfasst den Neubau der B 252 als westliche Umgehungsstraße von Münchhausen (Kerngemeinde), Münchhausen-Simtshausen, Wetter-Todenhausen, Wetter (Kernstadt), Wetter-Niederwetter sowie den Neubau der B 62 als südliche Umgehungstrasse von Lahntal-Göttingen. Die Trasse quert zahlreiche Straßen und Wirtschaftswege, zwei Bahnlinien, die Gewässer Wollmar, Treisbach und Wetschaft sowie zahlreiche kleinere Seitentäler. Entlang der Trasse werden insgesamt 17 Regenrückhaltebecken (RRB) sowie sieben aufgeweitete, naturnahe Erdbecken zur Vorklärung gebaut.

Bauausführung

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat der Durchführung der Gesamtmaßnahme zugestimmt.

Der ca. 5,25 km lange 1. Bauabschnitt umfasst die Strecke zwischen Wetter und Lahntal-Goßfelden. Dieser Abschnitt beinhaltet 14 Bauwerke (Brückenbauwerke, Durchlässe, etc.), ca. 875 m Irritationsschutzwände, ca. 6500 m Irritationsschutzzäune, ca. 400 m Erdwälle, 4 Regenrückhaltebecken sowie landespflegerische Maßnahmen.

Zunächst wurde mit dem Bau der Brücken begonnen. Die Arbeiten begannen am 29.07.2013 für den 1. Bauabschnitt am Bauwerk 15 (BW 15) bei Wetter. Ebenso wurde die Verlegung der Landesstraße 3091 und der Ausbau der Kreisstraße 84 inklusive der Anschlüsse an die spätere Ortsumgehung hergestellt. Mit dem Streckenbau des ersten Bauabschnitts  und den Regenrückhaltebecken wurde im September 2016 begonnen. Bis auf Restleistungen in Nebenflächen sind die Arbeiten am 1. Bauabschnitt abgeschlossen. Die offizielle Verkehrsfreigabe dieses Abschnittes fand am 21.12.2019 statt.

Der 2. Bauabschnitt teilt sich in die Abschnitte Nord (Bereich Münchhausen) und Süd (Bereich Lahntal) auf. Am 06.10.2016 wurde dieser 2. Bauabschnitt mit einem offiziellen Spatenstich begonnen.

Der Abschnitt Nord erstreckt sich auf einer Streckenlänge von ca. 9 km. In diesem Abschnitt sind 14 Brückenbauwerke, 2 Irritationsschutzwände für Fledermäuse sowie 10 Regenrückhaltebecken zu errichten. Begonnen wurde am Abschnitt Nord im Oktober 2016 mit dem Bau der Überführung der L 3090 (BW 8). Die Bauwerke 1, 2, 4, 5, 6, 8, 9, 10 und 12 sind fertiggestellt. 4,6 Kilometer dieses Abschnitts Nord sowie die Bauwerke 13 und 14 sind im Bau.. Der restliche Streckenbau des Abschnitts Nord  wird gemeinsam mit dem Bauwerk 3 ausgeschrieben. Die Ausschreibung dafür wird zurzeit vorbereitet. Der Bauabschnitt Nord wird voraussichtlich Ende 2023 für den Verkehr freigegeben.

Der Abschnitt Süd erstreckt sich auf einer Länge von ca. 3,5 km. In diesem Abschnitt sind 7 Brückenbauwerke, 2 Durchlassbauwerke, 1 Irritationsschutzwand sowie 3 Regenrückhaltebecken zu errichten. Die Bauwerke 23 und 24 sind bis auf Restarbeiten fertiggestellt. Ebenso wurden bereits eine querende Hauptgasleitung und Freileitungen verlegt. Mit den Bauarbeiten zur Verlegung der Kurhessenbahn wurde am 03.03.2020 begonnen. In diesem Zusammenhang werden auch die Bauwerke 25 und 26 errichtet und die B 62 sowie der Lahntalradweg verlegt. Die Ausschreibung zum Neubau der Bauwerke 27 und 28 wird zurzeit vorbereitet. Danach folgt der Streckenbau. Der Bauabschnitt Süd wird voraussichtlich Ende 2024 für den Verkehr freigegeben.

Projektstatus: Bauausführung 1. Bauabschnitt zwischen Wetter und Lahntal-Goßfelden
Bauausführung 2. Bauabschnitt Nord (Münchhausen) und Süd (Lahntal)
Baubeginn: 1. Bauabschnitt: Spatenstich am 29.07.2013
2. Bauabschnitt: Spatenstich 6.10.2016
Bauende: 1. Bauabschnitt: Verkehrsfreigabe am 21.12.2019
2. Bauabschnitt Nord: voraussichtlich Ende 2023
3. Bauabschnitt Süd: voraussichtlich Ende 2024
Kostenträger: Bund

Maßnahmen für das FFH-Gebiet "Obere Lahn und Wetschaft mit Nebengewässern"

Der Neubau der B 252 / B 62 Ortumfahrungen für Münchhausen, Wetter und Lahntal quert das FFH-Gebiet DE 5118-302 "Obere Lahn und Wetschaft mit Nebengewässern". Dies führt zu einer erheblichen Beeinträchtigung des prioritären Lebensraumtyp *91E0 "Auwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion Incanae, Salicion albae)". Die erheblichen Beeinträchtigungen resultieren aus Flächenverlusten und aus verkehrsbedingten Stickstoffeinträgen. Zur Kohärenzsicherung wird die Entlastungswirkung bei den Stickstoffeinträgen berücksichtigt. Ergänzend werden darüber hinaus 4.090 m² und 700 m² Auwald an der Wetschaft innerhalb des FFH-Gebietes neu entwickelt. Die Entwicklung des Auwaldes wird durch ein Monitoring überwacht.

Stand: Mai 2020, Projekt-HE-ID: 02254