Häufige Fragen - Blow-up-Phänomene / Hitzeschäden

1. Was ist ein "Blow-up"?

Durch die starke Erwärmung entstehen im Beton sehr hohe Druckspannungen, die nur durch freie Ausdehnung abgebaut werden können. Eine Betonfahrbahn kann diese enormen Kräfte nur über Reibung an der Unterseite abbauen. Bei einer Hitzeperiode, während der auch nachts nur geringe Abkühlung gegeben ist, können sich diese Spannungen so stark erhöhen, dass es an einer Schwachstelle zu einem "Blow up" kommt, d.h. die Fahrbahn bricht an dieser Stelle und der Beton platzt auf.

2. Kann ein "Blow-up" auch bei Asphaltstraßen passieren?

Nein. Hitzeschäden bei Asphaltstraßen wirken sich anders aus. Hier kommt es zu Verformungen oder Spurrinnenbildungen mit teilweise ausgeprägten Wülsten, insbesondere auf Streckenabschnitten mit hohem Schwerverkehrsanteil. Der Grad der Verformung hängt dabei von der Intensität der Sonneneinstrahlung ab, also von der Dauer, Winkel und der nächtlichen Abkühlung. Ein Schmelzen des Asphalts ist im Straßenbau in der Regel nicht möglich.

3. Wie wahrscheinlich ist ein "Blow-up" in Hessen?

in Hessen ist ein "Blow-up" unwahrscheinlich. Das liegt daran, dass nur rund 3 Prozent aller Fahrbahnen aus Beton bestehen. Dies sind vor allem die hochbelasteten Autobahnen. Diese sind meist jünger und in gutem Zustand, so dass nicht mit Vorschädigungen zu rechnen ist, die einen "Blow-up" begünstigen. Bei intakten Betonfahrbahnen sind derartige Hitzeschäden nicht zu erwarten.

Bei visuell erkennbaren Schadstellen, ergreift Hessen Mobil entsprechende vorbeugende Maßnahmen und schafft Entspannungsmöglichkeiten für das Material. Wie zum Beispiel sogenannte Entspannungsschnitte (Betonreihe wird entfernt und mit Asphalt aufgebaut), die eine Ausdehnung der Betonfahrbahn ermöglich.

Zur Sicherheit kontrollieren unsere 60 Meistereien jedoch im Zuge ihrer regelmäßigen Streckenkontrolle alle Autobahnen und Straßen Basisnetz auf hitzebedingte Fahrbahnveränderungen, um bei Bedarf entsprechende bauliche bzw. verkehrssichernde Maßnahmen vorzunehmen.

4. Wo gibt es Betonfahrbahnen in Hessen?

Betonfahrbahnen haben wir in Hessen auf der A 5 im Bereich Mittelhessen, auf der A 4 in Osthessen und im südlichen Teil der A 67/A6. Bei allen Fahrbahnen handelt es sich um neue Betonfahrbahnen. Bei diesen ist die Betondeckenschichten dicker angelegt, als bei ursprünglicher Bauweise. Dadurch ist das Risiko für einen "Blow-up" nahezu ausgeschlossen.

5. Wird es aufgrund von Hitze präventiv ein Tempolimit geben?

In Hessen wird es kein präventives Tempolimit auf Autobahnen geben. Lediglich in wenigen Einzelfällen wurde bisher ein temporäres Tempolimit bis zur Behebung von Verformungen bei Asphaltdecken eingerichtet.

6. Was sind Asphaltblasen und wie bilden sie sich?

Asphaltblasen entstehen, wenn Wasser im Asphalt eingeschlossen ist und z.B. aufgrund der heißen Witterung verdampft. Der Dampf drückt sich nach oben und kann eine sogenannte Asphaltblase verursachen. Wasser kann sich beim Einbau des Asphalts in der Binderschicht befinden, die unter dem Asphalt liegt. Oder auch insbesondere bei Regen kann es passieren, dass Wasser in die Binderschicht gelangt. Der Durchmesser der Blasen kann zwischen 5-30 cm in der Breite und 1-10 cm in der Höhe schwanken.

Kleine Asphaltblasen werden zum Teil vom Verkehr wieder in den Asphalt gedrückt. Sie kommen relativ häufig vor, stellen aber keine Gefahr für die Verkehrssicherheit da.

Größere Asphaltblasen kommen selten vor. Um diese im Asphalt zu entfernen, werden sie angebohrt, sodass der Druck bzw. Dampf entweichen kann. Im Anschluss werden die Blasen im Asphalt nach unten gedrückt. Die Straße ist wieder eben.

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