Kein generelles Tempolimit auf den Autobahnen in Hessen

Die 60 Meistereien werden im Zuge ihrer regelmäßigen Streckenkontrolle in den kommenden Tagen ein besonderes Augenmerk auf hitzebedingte Fahrbahnveränderungen legen. Ein generelles Tempolimit wird es nicht geben. Zur Wahrung der Verkehrssicherheit kann es in Einzelfällen jedoch angeordnet werden.

Blow-ups

Durch die starke Erwärmung entstehen im Beton sehr hohe Druckspannungen, die nur durch freie Ausdehnung abgebaut werden können. Eine Betonfahrbahn kann diese enormen Kräfte nur über Reibung an der Unterseite abbauen. Bei einer Hitzeperiode, während der auch nachts nur geringe Abkühlung gegeben ist, können sich diese Spannungen so stark erhöhen, dass es an einer Schwachstelle zu einem sog. Blow up kommt, d.h. die Fahrbahn zerberstet an dieser Stelle. Der Beton platzt auf.

Hitzeschäden

Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu den Hitzeschäden bei Asphaltstraßen. Hier kommt es zu Verformungen oder Spurrinnenbildungen mit teilweise ausgeprägten Wülsten, insbesondere auf Streckenabschnitten mit hohem Schwerverkehrsanteil. Ein Schmelzen des Asphalts ist im Straßenbau idR nicht möglich, hier kommt es - wie beschrieben - eher zu plastischen Verformungen. Der Grad der Verformung hängt dabei von der Intensität der Sonneneinstrahlung ab, d.h. von der Dauer, Winkel und der nächtlichen Abkühlung.

97 Prozent Asphaltfahrbahnen

Betonfahrbahnen werden fast ausschließlich auf hochbelasteten Streckenzügen des Straßennetzes in Hessen eingebaut und somit vorwiegend auf den Autobahnen (nur ca. 3 % aller Fahrbahnen). Bei intakten Betonfahrbahnen sind derartige Hitzeschäden nicht zu erwarten. Jedoch können bei älteren Betonfahrbahnen altersbedingte Gefügestörungen in ungünstiger Konstellation zu einer Schwachstelle führen, die eine potentielle Gefahrenstelle darstellen kann. Bei visuell erkennbaren Schadstellen hat Hessen Mobil entsprechende vorbeugende Maßnahmen ergriffen und Entspannungsmöglichkeiten für das Material geschaffen.

Betonfahrbahnen gibt es in Hessen auf der A 5 im Bereich Mittelhessen, auf der A 4 in Osthessen und im südlichen Teil der A 67/A6. Bei allen Fahrbahnen handelt es sich um neue Betonfahrbahnen. Bei diesen ist die Betondeckenschichten dicker angelegt, als bei ursprünglicher Bauweise. Dadurch ist das Risiko für einen Blow-up nahezu ausgeschlossen.

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