Mit Champagnerdusche „abgestraft“!

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Zu sehen ist das Logo der Deutschen Meisterschaft im Schneepflugfahren.

Im Vorfeld sorgte die 2. Deutsche Meisterschaft im Schneepflugfahren in der Öffentlichkeit hier und da für Irritation: Schneepflugfahren zu dieser Jahreszeit – ohne Schnee? Oder etwa mit Kunstschnee? Aus der Irritation wurde Neugier und die siegte. Am 7. September 2019 fand die Meisterschaft in Gudensberg auf dem Festgelände statt. Zuerst wollte das Wetter nicht so recht mitspielen und drangsalierte die Teilnehmenden aus insgesamt neun Bundesländern sowie acht Städten in der Qualifikationsphase mit Dauerregen. Pünktlich zum Finale am Nachmittag allerdings kämpfte sich die Sonne durch. Die Zuschauerzahl wuchs und die Schlange am Premiumeisstand auch.

Mit dem Wettbewerb bekommt der Betriebsdienst die Anerkennung, die er verdient, denn der Winterdienst - die Arbeit der Straßenwärterin, des Straßenwärters im Allgemeinen - ist enorm wichtig für ein funktionierendes Mobilitätsnetz sowie im Grunde auch für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Deshalb stellten sich 31 Teams dem 450 Meter langen Geschicklichkeitsparcours. Besonders Augenmerk lag natürlich bei den drei Hessischen Teams:

  • Horst Hildebrandt und Florian Hampel, Straßenmeisterei Frankenberg
  • Daniel Wiegand und Alexander Schnur, Autobahnmeisterei Baunatal
  • Markus Scheuß und Marco Reitze, Straßen- und Autobahnmeisterei Gudensberg

Auch abseits des Wettkampfs hatte die Veranstaltung einiges zu bieten: Neben nordhessischen Leckereien gab es vor allem für die jungen Besucherinnen und Besucher ein tolles Programm: In einem Kettcar konnten sie ganz wie die Großen durch einen Geschicklichkeitsparcours rasen, sich einen Unimog auf die Wange malen lassen oder sich in der Hüpfburg austoben. Daneben gab es für Jung und Alt eine Unimog-Oldtimer-Ausstellung zu bestaunen.

Die zwölf Hindernisse waren realen Situationen im Arbeitsalltag eines Straßenwärters nachempfunden. Beispielsweise:

  • Lenkung des Fahrzeugs passgenau ohne Beschädigung durch enge

Ortsdurchfahrten/Straßen oder im Zuge von Rettungsgassen auf Autobahnen,

  • akribisch genaues Heranfahren zum Beladen des Streugeräts unter dem Silo -  auf den Millimeter genau,
  • Schieben größerer Mengen Schnee mit Hilfe des Pflugs bei engen Platzverhältnissen bis zur Abladestelle.

Dabei nutzen alle Teams denselben Unimog Typ 430, Baujahr 2019, mit Streugerät und Schneepflug.

Zehn Teams qualifizierten sich fürs Finale. Darunter die Mitarbeiter von Hessen Mobil aus der Straßenmeisterei Frankenberg sowie der Straßen- und Autobahnmeisterei Gudensberg. In der Finalrunde ging es dann um alles: Einen Platz auf dem Treppchen sowie die Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 in Österreich.

Am Ende hat es leider nicht sein sollen. Horst Hildebrandt und Florian Hampel von der Straßenmeisterei Frankenberg landeten auf Platz 4. Auf Platz 3 schafften es Florian Krätz und Kevin Reusch von der Autobahnmeisterei Heiligenroth, Rheinland-Pfalz. Platz 2 belegte das Team der Straßenmeistereien Sigmaringen und Bad Saulgau mit Marco Scheu und Michael Harsch aus Baden-Württemberg.

Aber in Schnelligkeit und Präzision kam niemand an sie heran: Die Rheinland-Pfälzer Matthias Rudoloh und Luca Assenmacher von der Autobahnmeisterei Emmelshausen holten sich den ersten Platz und konnten es kaum fassen: Als bekannt gegeben wurde, dass sie als Sieger nach Hause fahren würden, fielen sich die beiden Straßenwärter in die Arme und jubelten, was das Zeug hielt. "Meine Hose ist ein bisschen nass", gab Matthias Rudolph oben auf dem Treppchen zum Besten und wurde prompt mit einer Champagnerdusche "abgestraft". Das Publikum war begeistert und jeder gönnte den beiden den Sieg.

In der Organisation stecken zwar viel Zeit und Herzblut, aber mindestens genauso viel Spaß und Teamgeist! Und was eine Teilnahme von Hessen Mobil bei der Europameisterschaft betrifft – noch ist die Tür nicht ganz zu. Jetzt kommt es darauf an, wie viele Teams sich qualifizieren – eventuell rücken wir noch nach. Es heißt also: Weiter Daumendrücken!

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