Erster Spatenstich für die Ortsumgehung Büdingen-Büches

Umfassende Ausgleichsmaßnahmen geplant

Der Bau der Ortsumgehung um den Büdinger Ortsteil Büches im Zuge der Bundesstraße 457 beginnt. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich leiteten der Parlamentarische Staatssekretär Norbert Barthle vom Bundesverkehrsministerium und der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Freitag die Bauarbeiten ein.

Die Umgehungsstraße führt künftig südlich um Büches herum. Nach der Fertigstellung wird sich der Verkehr für den östlichen Teil des Ortes um mehr als 50 Prozent verringern; im Westen sinkt er sogar um knapp 80 Prozent. „Die Aufenthaltsqualität im Ortskern steigt durch die neue Umgehung erheblich“, sagte Minister Al-Wazir. „Die Anwohnerinnen und Anwohner werden viel weniger durch Abgase und Lärm belastet und auch die Unfallgefahr sinkt. Besonders Radfahrer und Fußgänger sind deutlich weniger gefährdet.“

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 15,1 Millionen Euro. Den Großteil davon trägt der Bund mit rund 13,7 Millionen Euro. Auf das Land Hessen entfallen etwa 150.000 Euro für die Anbindung der Landesstraße 3195 an die neue Ortsumgehung. Auch die Deutsche Bahn AG ist mit rund 1,25 Millionen Euro beteiligt, die insbesondere für die Eisenbahnbrücken eingesetzt werden.

Norbert Barthle betonte: „Heute ist ein besonderer Tag für den Wetteraukreis. Mit dem Bau der Ortsumgehung Büdingen-Büches wird der Verkehrsfluss in der Region deutlich verbessert. Denn im Zuge der Ortsumgehung werden auch zwei Bahnübergänge beseitigt, die immer wieder für lange Staus gesorgt haben. Zudem wird die Lebensqualität in den Gemeinden steigen, Lärm und Abgase innerorts werden verringert.“

Die Umgehungsstraße wird 2,6 Kilometer lang; mit den Anschlüssen an die B 521 und L 3195 liegt die Gesamtbaulänge bei 3,4 Kilometern. Sie schafft eine leistungsfähige und verkehrssichere Verbindung aus dem Wetteraukreis ins Rhein-Main-Gebiet. Als Ausgleich für den Eingriff in die sensible Natur mit Schutzgebieten werden im Bereich des Seemenbachs rund 16.000 Kubikmeter Retentionsraum geschaffen. Im Falle von Hochwasser dient er als Überschwemmungsgebiet und damit als Hochwasserschutz. Als weitere Ausgleichsmaßnahmen werden zum Beispiel nicht mehr benötigte Verkehrsflächen zurückgebaut und in Teilbereichen beidseitig des Baches ein 10 Meter breiter Uferschutzstreifen eingerichtet. „Ich freue mich sehr, dass diese Ortsumgehung nicht nur Straße schafft, sondern auch die Natur wiederherstellt“, sagte Minister Al-Wazir.

Beim Bau der Umgehungsstraße entstehen mehrere Brücken, zur Überführung eines Rad-  und Gehweges und über die Bahnstrecke Gießen – Gelnhausen. Die B 521 schließt künftig westlich von Büches über einen Kreisverkehr an die  B 457 an. Als Schallschutzmaßnahme wird eine rund 100 Meter lange Lärmschutzwand errichtet.

Das Projekt startet mit dem Bau der Radwegeüberführung in der Nähe des Sportplatzes. Dort wurde bereits Anfang des Jahres mit den Arbeiten für die neue Brücke begonnen. Als Vorbereitung für die weiteren Maßnahmen wird außerdem eine Hausmülldeponie geräumt. Die Baumaßnahme soll Ende 2020 abgeschlossen sein.

Im Zusammenhang mit dem Straßenbauprojekt hat das Amt für Bodenmanagement Büdingen zum Beginn der Straßenbaumaßnahme ein Flurbereinigungsverfahren eingeleitet. Dabei werden die vorhandenen Grundstücke neu geordnet. So können die Flächen bereitgestellt werden, die für die Umgehungsstraße und für den Natur- und Hochwasserschutz benötigt werden. Auch Zerschneidungen des landwirtschaftlichen Wegenetzes, die sich durch den Bau der Straße ergeben, werden dabei beseitigt.

Ein Großteil der Bauarbeiten verläuft abseits der bestehenden Straßen. Behinderungen für die Verkehrsteilnehmer können jedoch nicht ganz vermeiden werden. So macht etwa der Anschluss der neuen Ortsumgehung an die bestehenden Bundesstraßen temporäre Sperrungen erforderlich. Um die Auswirkungen auf den Verkehrsfluss zu minimieren werden großräumige Umleitungen eingerichtet. 

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