A 66 Salzbachtalbrücke – weitere Brückenerneuerung in Hessen

Die Brücken in Hessen sind in die Jahre gekommen. Die zumeist in den 1960er und 1970er Jahren gebauten Brücken müssen saniert oder erneuert werden. Viele der imposanten Bauwerke, die Täler oder Flüsse überspannen, waren nie für den Verkehr des 21. Jahrhunderts ausgelegt. Insbesondere der steigende Schwerverkehr mit seinen wachsenden Tonnagen setzt den Tragwerken erheblich zu.

So verursacht ein 40 Tonnen schwerer Lkw die gleiche Materialermüdung wie 20.000 bis 40.000 Pkw. Neben den Achsenlasten führt auch das seit Mitte der 1970er Jahre eingesetzte Streusalz dazu, dass der Bewehrungsstahl in den Spannbetonbrücken korrodiert und die Tragfähigkeit nachlässt. Von den rund 1400 Autobahnbrücken in Hessen sind etwa 180 Brücken sanierungsbedürftig. Ein Drittel davon sind im Bau beziehungsweise startet der Bau noch in diesem Jahr; wie die A 66 Salzbachtalbrücke. Ab Juli beginnt die Baumaßnahme.

Der Bauablauf sieht vor, zuerst die nördliche Brückenhälfte zu verstärken. Im Anschluss daran wird die südliche Hälfte abgerissen und neu gebaut. Und das alles unter fließendem Verkehr.

Wie bei allen anderen Dauerbaustellen auf Autobahnen in Hessen war auch hier die Zielsetzung, die Anzahl der Fahrstreifen bei zu behalten. Hierzu wären die vorhandenen vier Fahrstreifen für beide Fahrtrichtungen auf die nördliche Brückenhälfte umgeleitet worden. Die Untersuchungsergebnisse des aktuellen Gutachtens zum Zustand der Brücke lassen diese Art der Verkehrsführung jedoch nicht zu. Die Tragfähigkeit einer Brückenhälfte lässt nur noch eine Verkehrsführung im Gegenverkehr zu, bei der der Schwerverkehr nicht die Randbereiche des Brückenbauwerks befährt. Aus diesem Grund können nur maximal drei Fahrstreifen eingerichtet werden.

Um dennoch den wechselnden Verkehrsbelastungen der Rushhour morgens und abends Rechnung zu tragen, wird eine Wechselverkehrsführung eingerichtet. Die Verkehrsführung wird zweimal täglich an die sich verändernde Verkehrsnachfrage angepasst. Von den insgesamt drei Fahrstreifen werden dem Verkehr vormittags in Fahrtrichtung Frankfurt und nachmittags in Fahrtrichtung Rüdesheim jeweils zwei Fahrstreifen zur Verfügung gestellt. Der mittlere Fahrstreifen dient als Wechselspur. Schon im Zulauf auf die Baustelle werden die Verkehrsteilnehmer über die bestehenden Anzeigetafeln und zusätzliche LED-Tafeln informiert, welche Fahrstreifen aktuell für ihre Fahrtrichtung freigegeben sind.

Die Wechselverkehrsführung sieht folgende Verkehrsführung von Montag bis Sonntag vor:


Im Zeitraum von 22:30 Uhr bis 13:45 Uhr:

  • Zwei Fahrstreifen in Fahrtrichtung Osten (Frankfurt)
  • Ein Fahrstreifen in Fahrtrichtung Westen (Rheingau)

Im Zeitraum von 14:15 Uhr bis 22:00 Uhr:

  • Zwei Fahrstreifen in Fahrtrichtung Westen (Rheingau)
  • Ein Fahrstreifen in Fahrtrichtung Osten (Frankfurt)

Durch Verkehrsbeobachtungen während des Betriebs kann es noch zu Anpassungen der Wechselzeiten kommen. Im Bereich der Anschlussstellen WI-Mainzer Str. und WI-Biebricher Allee regelt eine Ampel den Verkehrsfluss auf die Autobahn. Darüber hinaus gibt es in den transportablen Schutzeinrichtungen Notöffnungen für Rettungskräfte.

Die Einrichtung der Baustellenverkehrsführung beginnt am 10.07.2017 und wird ca. 14 Tage dauern.

Die südliche Brückenhälfte wird voraussichtlich Ende 2020 fertiggestellt sein. Dann wird der gesamte Verkehr auf das neue Bauwerk umgelegt. Ab diesem Zeitpunkt stehen den Verkehrsteilnehmern wieder zwei Fahrstreifen für jede Fahrtrichtung zur Verfügung. Die Fertigstellung des Gesamtneubaus ist im Jahr 2022 vorgesehen.

Hintergrundinformationen:

Der Zustand der 1963 errichteten Brücke hat sich vor allem aufgrund der hohen Verkehrsbelastung in den letzten Jahren deutlich verschlechtert, so dass sie jetzt trotz mehrfacher Sanierung durch einen Neubau ersetzt werden muss.

Über die Salzbachtalbrücke rollen im Durchschnitt täglich ca. 80.000 Kraftfahrtzeuge, davon etwa 7.500 LKW. Parallel zur neuen rund 310 Meter lange Salzbachtalbrücke wird das nur 50 m entfernt liegende Brückenbauwerk der A 66 über die Aartalbahn erneuert.

Zudem werden rund 680 Meter lange und bis zu fünf Meter hohe Lärmschutzwände im Vorgriff auf einen möglichen 6-streifigen Ausbau der Autobahn errichtet. Die Baukosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf rund 80 Mio. Euro.

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