B 62: Antrag auf Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für die Ortsumgehung Biedenkopf-Eckelshausen gestellt

Ein wichtiger Meilenstein für die Ortsumgehung Biedenkopf-Eckelshausen (Bundesstraße 62) ist erreicht: Nachdem die Bundesrepublik als Baulastträger zu den Planunterlagen ihre Zustimmung gegeben hat werden die Planfeststellungsunterlagen für die Ortsumgehung Biedenkopf-Eckelshausen heute dem Regierungspräsidium Gießen übergeben und damit der Antrag auf Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für die Ortsumgehung Biedenkopf-Eckelshausen gestellt.

Die B 62 verläuft von Biedenkopf kommend in der Lahnaue durch Eckelshausen hindurch in Richtung Biedenkopf-Kombach und im weiteren Verlauf nach Marburg. Die geplante Ortsumgehung Eckelshausen schließt an die bereits fertiggestellte Ortsumgehung von Biedenkopf und Wallau an, führt auf einer neuen Trasse mit einer Länge von rund 2,7 Kilometern westlich an Eckelshausen vorbei und schließt südlich von Eckelshausen an den weiteren Verlauf der B 62 Richtung Marburg an. Bestandteil der Planungen für die Ortsumgehung ist auch eine Verlagerung der Anbindung der B 453 an die B 62, die dann außerhalb von Eckelshausen an einer ampelgeregelten Einmündung auf die B 62 treffen wird.

Die B 62 verbindet als überregionale Verkehrsachse den Raum Marburg mit dem Raum Siegen/Wittgenstein. Bis zu rund 15.350 Fahrzeuge (davon rund 800 Lkw) fahren im Durchschnitt täglich auf der B 62 bei Eckelshausen (Verkehrszählung DTV 2010). Die Umgehungsstraße soll die Eckelshausener Ortslage vollständig vom Durchgangsverkehr und damit von Lärm und Schadstoffen entlasten sowie zugleich die Verkehrssicherheit im Ort für alle Bürgerinnen und Bürger erhöhen.

Die Umgehungsstraße soll im mittleren Abschnitt weitestgehend an die Bahnstrecke angeschmiegt sein. Die Verkehrstrassen werden somit gebündelt und so weniger Flächen zerschnitten. Die Trasse soll aufgrund der Lage im Lahntal auf einem unterschiedlich hohen Damm verlaufen. Zwischen dem Straßenverlauf und der Lahn wird dem alten Verlauf des Flussbettes entsprechend ein Lahn-Nebenarm angelegt, der auch den Hauptteil des landespflegerischen Ausgleichs der Baumaßnahme darstellt. Die Umgehungsstraße wird nördlich und südlich von Eckelshausen zweimal die Lahn mit ihrem Überschwemmungsgebiet überqueren. Für den Lahntalradweg im Bereich von Eckelshausen ist vorgesehen, dass dieser nicht mehr die Bundesstraße queren muss, sondern durch eine Unterführung die B 453 unterqueren wird.

Die Baukosten (inklusive des erforderlichen Grunderwerbs) werden sich nach aktuellen Berechnungen auf rund 21 Mio. Euro belaufen und von der Bundesrepublik Deutschland getragen.

Die Vorgeschichte der Planung für die Ortsumgehung Eckelshausen reicht bis in die 1980er Jahre zurück, als die Ortsumgehungen für Wallau, Biedenkopf und Eckelshausen in einem Zuge geplant wurden. Die Ortsumgehung Biedenkopf und Wallau wurde zunächst eigenständig umgesetzt und 2002 fertiggestellt. Da die geplante Ortsumgehung Eckelshausen durch das FFH-Gebiet "Obere Lahn mit Wetschaft und Nebengewässern" sowie das Landschaftsschutzgebiet "Lahn-Ohm" verläuft, besteht für das Projekt ein besonderer naturschutzrechtlicher Planungsauftrag. Seit 2003 wird an der Ortsumgehung Eckelshausen separat geplant. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist das Projekt als Maßnahme mit vordringlichem Bedarf aufgenommen.

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