K 38: Grundhafte Instandsetzung der Wehrbrücke Hirschhorn

Hessen Mobil: Bauarbeiten beginnen im August – Erste Vollsperrung im November 2021 geplant

Wie bereits berichtet weist die rund 160 Meter lange Wehrbrücke über der Schleusenanlage Hirschhorn/Neckar im Zuge der Kreisstraße K 38 starke Korrosionsschäden auf und muss daher dringend instandgesetzt werden.

Der Landkreis Bergstraße als Baulastträger der K 38 hat Hessen Mobil mit der Planung und Durchführung der Instandsetzung der aus den 1930er Jahren stammenden Stahlkonstruktion beauftragt.

In den vergangenen Wochen wurde durch ein von Hessen Mobil beauftragtes Ingenieurbüro die Ausführungsplanung und Bauablaufplanung für die Instandsetzungsmaßnahme erstellt sowie ein Verkehrskonzept mit der Stadt Hirschhorn, der Verkehrsbehörde der Landkreise Bergstraße und Rhein-Neckar, der Polizei und den Rettungsdiensten abgestimmt.

Bezüglich der Auswirkungen der Bauarbeiten auf die Verkehrsteilnehmer liegen nun belastbare Aussagen vor. Für die Arbeiten an den Hauptträgern der Brücke sind unter anderem aus statischen Gründen insgesamt fünf Vollsperrungen mit einer Dauer von jeweils rund sechs Wochen erforderlich, wobei der Fuß- und Radverkehr davon ausgenommen ist.

In den Zeiten zwischen den statisch relevanten Arbeiten an den Hauptträgern kann die Fahrbahn jeweils wieder halbseitig für den Verkehr freigegeben werden.

Nach Abschluss der Instandsetzungsarbeiten an der Stahlkonstruktion ist eine Erneuerung der Fahrbahn und der Fahrbahnabdichtung auf der Brücke erforderlich. Für diese Bauarbeiten wird nochmals eine Vollsperrung mit einer Dauer von rund drei Wochen erforderlich.

Die Umleitung während der einzelnen Vollsperrungen erfolgt über Schönbrunn/Moosbrunn und Eberbach. Für den Anliegerverkehr bis 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht wird eine Umleitung über die Brentanostraße und die Rettungszufahrt am Tunnel Hirschhorn zur B 37 eingerichtet.

Die Verkehrsführung an der Rettungszufahrt erfolgt mit dreiphasiger Ampelregelung, so dass in beide Fahrtrichtungen auf die Bundesstraße aufgefahren werden kann sowie von der Bundesstraße aus Richtung Heidelberg und aus Richtung Eberbach in Richtung Ersheim auf Brentanostraße eingefahren werden kann.

Mit den Bauarbeiten soll im August 2021 begonnen werden. Die erste Vollsperrung der Brücke wird voraussichtlich im November 2021 erfolgen. Die Fertigstellung der Bauarbeiten ist im Frühjahr 2023 geplant.

Ein detaillierter Bauzeitenplan wird nach Abstimmung mit der ausführenden Baufirma voraussichtlich im Juli vorliegen.

Weitere technische Angaben zur Baumaßnahme:

Neben der Verbindungsfunktion zwischen den beiden Hirschhorner Stadtteilen dient die Wehrbrücke zur Anbindung des Flusskraftwerks der Neckar AG, als Revisionsweg zu den Wehrpfeilern und als Leitungsbrücke für Wehr- und Kraftwerksbetreiber sowie den verschiedenen Versorgungsunternehmen.

Die Wehrbrücke wurde im Zuge der Errichtung der Neckarstaustufe Hirschhorn in den Jahren 1931 bis 1935 als genietete Stahlkonstruktion errichtet und 1979/1980 umgebaut und erweitert. Die Wehrbrücke setzt sich aus zwei Teilbrücken zusammen, der zweifeldrigen Schleusenbrücke auf der Seite Ersheim und der namensgebenden dreifeldrigen Wehrbrücke auf Hirschhorner Seite.

Beide Stahlkonstruktionen besitzen einen offenen Querschnitt aus einem zweistegigen Plattenbalken und einer orthotropen Fahrbahnplatte aus Stahl.

Die Wehrbrücke weist sichtbare Korrosionsschäden an der Überbaukonstruktion und insbesondere eine Spaltkorrosion an den Verstärkungsblechen der Längsträgeruntergurte auf. Hier wölben sich die Stahllaschen infolge der Volumenvergrößerung des rostenden Stahls auf.

Da die Spaltkorrosion weiter fortschreitet und sich der Druck auf die Verstärkungsbleche weiter erhöht, besteht für die Instandsetzung der Längsträgeruntergurte der Brücke ein dringender Handlungsbedarf. Um die Verkehrssicherheit und die Standsicherheit des Bauwerks dauerhaft zu gewährleisten, ist die geplante Baumaßnahme zwingend erforderlich.

Zur Beseitigung der Spaltkorrosion an den Brückenträgern müssen die Verstärkungsbleche an den Längsträgeruntergurten sowohl in den einzelnen Brückenfeldern als auch über den Innenstützungen ausgebaut und erneuert werden. Dabei müssen je Hautträger mehrere hundert Nieten aus der Stahlkonstruktion gelöst werden. Bevor die Hauptträger zerlegt werden können, muss das jeweilige Brückenfeld und der Hauptträger statisch über eine Hilfskonstruktion auf der Brücke entlastet werden.

Hierfür sind aufwendige Auswechsel- und Gerüstbauten erforderlich. Diese Bauarbeiten am teilweise demontierten Hauptträger können aus statischen Gründen nur unter Vollsperrung der Brücke erfolgen.

Die insgesamt erforderlichen Instandsetzungsarbeiten an der Brücke setzen sich aus den nachfolgenden Einzel-Maßnahmen zusammen:
- Betonsanierung der Pfeilerköpfe und Auflager,
- Beseitigung und Unterbinden der Spaltkorrosion an den Hauptträgern,
- Wiederherstellen und Pflege der Lager- und Übergangskonstruktionen,
- Wiederherstellung und Ersatz fehlerhafter oder fehlender Ausstattungsteile,
- Wiederherstellen des kompletten Korrosionsschutzes auf Brückenober- und –unterseite,
- Erneuerung der Abdichtung und des Belages der Fahrbahn.

Wegen der Dringlichkeit zur Beseitigung der Spaltkorrosion beginnt die Instandsetzung mit der Brückenunterseite der Wehrbrücke und setzt sich anschließend mit der Brückenunterseite der Schleusenbrücke fort.

In einer Vorabmaßnahme erfolgt derzeit bereits die Betonsanierung der Pfeilerköpfe an der Wehrbrücke.

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