Sicher durch Hessens Tunnel

Herzstück der Tunnelsicherheit in Hessen ist die Tunnelleitzentrale (TLZ) in Eschwege. Ihre Aufgaben, ihre Zuständigkeiten - für Sie rasch erklärt.

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Auto im Tunnel

Eingeschränkte Sichtverhältnisse, eingeschränkte Ausweichmöglichkeiten - und bei Fahrzeugbränden können Rauch und Wärme nicht wie im Freien nach oben abziehen, dazu noch begrenzte Fluchtwege: Hessen Mobil sorgt deshalb in seinen aktuell neun Tunneln mit einer Gesamtlänge von gut 4.100 Metern für ein Höchstmaß an Sicherheit.

Denn sowohl die Ausstattung entspricht dem aktuellsten Stand der Technik als auch das Notfallmanagement. Rund 20 Millionen Euro investierten Bund und Land in den letzten Jahren in die Tunnelsicherheit in Hessen.

Herzstück der Tunnelsicherheit in Hessen ist dieTunnelleitzentrale (TLZ) in Eschwege, betrieben von Hessen Mobil und dem Werra-Meißner-Kreis. Rund um die Uhr werden von hier alle Sicherheitssysteme wie automatische CO-Messung, Lichtregelung, Lüftungssteuerung und Branderkennung hessischer Straßentunnel über 400 Meter überwacht, Störungen erkannt und umgehend die Beseitigung eingeleitet.

Kommt es doch einmal zum Ernstfall, steuert die Tunnelleitzentrale das Notfallmanagement: In Sekunden wird der Tunnel gesperrt, Einsatzkräfte alarmiert, Verkehrsteilnehmer/innen per Lautsprecheranlage und über den Verkehrsfunksender im Tunnelinformiert.

Tunnelüberwachung und Steuerung

Mit einer 24-Stunden-Rufbereitschaft setzt Hessen Mobil zudem spezialisierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Straßenmeistereien im Notfall vor Ort ein. Um dieses hohe Sicherheitsniveau konstant zu garantieren, überprüfen wir regelmäßig Sicherheitstechnik und Tunnelbauwerk, üben den Ernstfall mit allen beteiligten Einsatzkräften und schulen kontinuierlich unser Bereitschafts- und Betriebspersonal.

Der Einsatz eines Sicherheitsbeauftragten dient als Qualitätssiegel für die Sicherheit in Hessens Straßentunneln. Mit der Wiederinbetriebnahme des sanierten Schürzebergtunnels, der erstmaligen Verkehrsfreigabe des Schulbergtunnels auf der A 44 und der Verkehrsfreigabe des Neuhofer Tunnels auf der A 66 wurde im Jahr 2014 erstmalig das HessenEinheitliche Leitsystem für Straßentunnel (HELIS) eingeführt.

Auf Grundlage der kommerziellen Software WinCC OA wurde HELIS als einheitliche Bedienoberfläche zur Tunnelüberwachung und Steuerung entwickelt. Ergänzt wird HELIS durch HETAS, die HessenEinheitliche TunnelAutomatisierungs-Software.

Mit ihrer Hilfe erfolgt die automatische Ansteuerung der im Tunnel verbauten Systeme (Beleuchtung, Lüftung, Brandmelder usw.) herstellerunabhängig nach einheitlichem, leicht zu überprüfendem und zu überwachendem Muster. Dadurch wird die Sicherheit der Tunnelnutzer in hessischen Straßentunneln nochmals verbessert. Diese maßgeblich von Hessen Mobil entwickelten Systeme finden mittlerweile Anerkennung und Interesse über die Landesgrenzen von Hessen und der Bundesrepublik hinaus.

Weitere Tunnel in Planung

Derzeit plant Hessen Mobil drei weitere Tunnel: Zwei im Zuge der B38 in Südhessen und einer im Zuge der B260 im Rheingau. Weitere Straßentunnel in Hessen befinden sich in kommunaler Verantwortung (Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt, Fulda) sowie in Verantwortung der Autobahn GmbH des Bundes.