Schienengüterverkehr

Hessen weist wegen seiner zentralen Lage ein besonders hohes Verkehrsaufkommen auf. Deshalb engagiert sich das Land bei der Mitgestaltung des Güterverkehrs, um die Mobilität im Personen- und Güterverkehr nachhaltig zu sichern. Es unterstützt in einem alle Verkehrsträger integrierenden Ansatz Maßnahmen zur Verlagerung von LKW-Verkehr auf die Bahn. Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung hat Hessen Mobil - Straßen- und Verkehrsmanagement als zentralen Ansprechpartner des Landes für den Bereich Schienengüterverkehr bestimmt.

Finanzielle Förderung des Schienengüterverkehrs durch das Land Hessen

Um Arbeitsplätze in Firmen, die ihre Logistik auf den Schienengüterverkehr ausgerichtet haben, zu sichern und LKW-Verkehr zu verringern, gab es in Hessen vom Jahr 2002 bis zum Jahr 2010 die Möglichkeit, Gleisanschlussverkehr in der Anfangsphase finanziell zu fördern. Das Land Hessen hat diese Fördermittel bereitgestellt, um möglichst viele Güterverladestellen zu erhalten, die als Folge des Konzeptes MORA C [1] (Marktorientiertes Angebot Cargo) der damaligen DB Cargo nicht mehr bedient werden sollten. Informationen zu einigen geförderten Vorhaben sind unter „Downloads” erhältlich.

Die Landesmittel können gewährt werden für Maßnahmen, die nicht vom Bund gefördert werden, z. B. für die Sanierung von Gleisanschlüssen oder für die Reaktivierung / Sanierung / Erweiterung bzw. den Neubau von Industriestammgleisen. Wenn eine Förderung angestrebt wird, darf der erste Auftrag erst nach Eingang des Förderbescheids erteilt werden. Zusätzlich zum Landesprogramm zur Förderung des Schienengüterverkehrs stehen auch Fördermittel im Rahmen der Wirtschaftsförderung zur Verfügung.

Finanzierung von Gutachten und Mitwirkung durch das Land Hessen

Das Land Hessen finanziert – unterstützt durch Dritte – Gutachten, um die Chancen für die Fortführung, Reaktivierung oder Neuaufnahme von Schienengüterverkehr herauszuarbeiten.

Mitwirkung beim Erhalt von Schieneninfrastruktur

Voraussetzung für den Erhalt und Ausbau von Schienengüterverkehr ist die dafür notwendige Schieneninfrastruktur auf Strecken und in Bahnhöfen. Beispiele enthält die Veröffentlichung „Erhalt von Bahninfrastruktur ist Prämisse für Verkehrsverlagerungen - Beispiele für erfolgreichen Ersatz von LKW- durch Bahnverkehr” [2].

Wierkung des Landesaktivitäten

Durch die Unterstützung des Landes Hessen wurden u. a. bisher ein Industriestammgleis sowie 16 Güterverladestellen Stand: Jahr 2017) realisiert. Hierbei erhielten elf Maßnahmen Fördermittel. Bei Fördermitteln von insgesamt knapp 1,8 Mio. € wurden ca. 260 Arbeitsplätze erhalten bzw. neu geschaffen. Eine Bilanzierung des hessischen Förderprogramms für den Schienengüterverkehr enthalten die Veröffentlichungen „Erfolge bei dem Erhalt und der Reaktivierung von Bahntransporten” [3] und „Hessen fördert Bahntransporte - Bilanz eines Förderprogramms”  [4]. Die im Jahr 2004 geförderte Reaktivierung einer Güterstrecke erhielt im Jahr 2008 als gutes Beispiel zur Vernetzung im Verkehr einen Preis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Bundesweit konnte u. a. in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städtetag und dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen erreicht werden, dass der Bund ein Förderprogramm zur Unterstützung des Gleisanschlussverkehrs eingerichtet hat. Zunehmend wird für die verladende Wirtschaft der Gütertransport auf der Schiene eine zu prüfende Alternative zur Nutzung des LKW.

Förderprogramme des Bundes

Ansprechpartner für alle Förderprogramme des Bundes ist das Eisenbahnbundesamt (www.eba.bund.de). Anträgen auf Förderung von Umschlaganlagen ist eine Stellungnahme des betreffenden Bundeslandes beizufügen.