Zum Neubau
Wann beginnen die Bauarbeiten zum Neubau und wie lange dauern sie?
Die Arbeiten werden Ende April dieses Jahres beginnen. Die Verkehrsfreigabe ist für Juni 2027 geplant, je nach den Witterungsverhältnissen im Winter.
Am 22. Dezember 2025 konnte der Neubau der Zeller Brücke an die Arbeitsgemeinschaft Eiffage Infra-Süd und Eiffage Infra-West vergeben werden. Die Ausschreibungsunterlagen waren Anfang August veröffentlicht worden.
Um möglichst schnell mit dem Neubau der Brücke beginnen zu können, handelt es sich dabei um eine funktionelle Ausschreibung, bei der die Baufirma neben den gesamten baulichen Maßnahmen auch für die Ausführungsplanung mit dazugehöriger Entwurfsplanung inklusive aller Fachplanungen verantwortlich ist.
Wie wird die neue Brücke aussehen?
Der Neubau wird ein Spannbetonbauwerk mit drei Feldern sein, analog zur abgerissenen alten Brücke. Auch in der Ansicht wird sich der Neubau mit dem markanten Pfeilerpaar am bisherigen Erscheinungsbild orientieren.
Das neue Brückenbauwerk wird wegen der etwas größeren Bauhöhe des Überbaus konstruktionsbedingt um etwa 51 Zentimeter höher sein.
Wie ist das Baukonzept?
Die Pfeilerpaare stehen annähernd an der gleichen Stelle der alten. Sie werden im Verbau mit Spundwandkästen hergestellt, ein Spezialtiefbauverfahren zur Sicherung von Baugruben bei beengten Platzverhältnissen und hohem Grundwasserstand.
Die Pfeiler sind 2,4 Meter breit, ca. 6,40 Meter bzw. ca. 10 Meter hoch. Die paarweisen gebauten Pfeiler stehen etwa 4,30 Meter voneinander entfernt.
Das Widerlager Nord wird an gleicher Stelle stehen, das Widerlager Süd wird mit der Stützwand parallel zur Bundesstraße leicht versetzt werden, was weniger Sperrpausen der Bahnstrecke notwendig macht.
Für die Herstellung des Widerlager Süd wird eine Baustraße vom Helmertweg aus errichtet werden. Diese schließt an die bereits bestehende Baustraße vom gesperrten nördlichen Teil der B 45 und über die Mümling an.
Die neue Brücke wird eine Länge von 120 Metern haben. Widerlager und Pfeiler werden gegenüber der alten Brücke tiefgegründet.
Der Überbau wird als Ganzes vor Ort in Beton hergestellt. Dafür muss zuvor eine Schalung errichtet werden.
Wie ist der Bauablauf?
Begonnen werden die Bauarbeiten Anfang Mai mit der Tiefgründung der neuen Pfeiler. Dazu wird ein mobiler Baukran zwischen beiden Pfeilern errichtet.
In den Hessischen Sommerferien (26. Juni -7. August 2026) wird in der sechswöchigen Sperrpause der Bahnstrecke das Widerlager Süd hergestellt. Auch dafür wird ein mobiler Baukran oberhalb auf der B 45 installiert.
Danach erfolgt die Herstellung des Widerlagers Nord. Auch auf der Nordseite der B 45 wird ein mobiler Kran stehen.
Die Unterbauten und die Stützwände werden ab Oktober fertigstellt.
Die hessischen Herbstferien (5.-17. Oktober 2026) werden genutzt, um während einer weiteren Sperrpause der Bahn das Tragegerüst über der Bahnlinie für die Schalung des Überbaus zu bauen. Anschließend soll im November der Überbau in Einem betoniert werden.
Während der Sperrpausen der Bahnlinie in den hessischen Sommer- und Herbstferien 2026 wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.
Im Winter ist vorgesehen, die Kappen und die Abdichtung der Brücke herzustellen, die Brückenausstattung zu errichten sowie mit dem Rückbau von Baustraße und Behelfsbrücke zu beginnen.
Eine Höhenanpassung der Strecke mit kurzzeitiger Vollsperrung des Helmertwegs (etwa 2 - 3 Wochen) erfolgt ebenfalls im Winter 2026/2027.
Was kostet der Neubau?
Die Kosten liegen bei rund 11 Millionen Euro und werden vollständig vom Bund getragen.
Die voraussichtliche „Lebensdauer“ der neuen Spannbetonbrücke beträgt 80 bis 100 Jahre.
Wie wird der Verkehr umgeleitet?
Die aktuelle Umleitungsstrecke für den Schwerverkehr führt von Höchst im Odenwald kommend, über die Landesstraße L 3318 bis zur L 3349 (bei Vielbrunn) und weiter über die B 47 nach Michelstadt zurück auf die B 45.
An der nahgelegenen Umleitungsstrecke über die L 3414 bei Langen-Brombach und von dort aus über die B 47 zurück auf die B 45 bei Michelstadt finden noch Bauarbeiten bis etwa Ende März 2026 statt.
Die Bahngleise sind seit Ende der Hessischen Sommerferien wieder geöffnet. Die Bahn fährt seit dem 18. Juli wieder wie gewohnt. Während der Sperrpausen der Bahnlinie in den hessischen Sommer- und Herbstferien 2026 wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.
Der unter der Straßenbrücke laufende Radweg kann während der gesamten Bauarbeiten nicht genutzt werden. Der Radweg R4 wird bis zur Fertigstellung des Brückenneubaus über einen westlich gelegenen Waldweg sowie den gesperrten Teil der B 45 umgeleitet.
Zur Wahrung der Stand- und Verkehrssicherheit des Bauwerks und somit schlussendlich zur Gewährleistung der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer wurde eine umgehende Vollsperrung erforderlich.