Die Lichtsignalanlagen-Zentrale Hessen, kurz LZH, ist seit 2025 im Regelbetrieb und stellt einen Meilenstein der verkehrstechnischen Digitalisierung dar. Durch die Anbindung der landesweit verteilten Lichtsignalanlagen (LSA) ermöglicht die LZH nicht nur deren betriebliche Überwachung – und sichert damit deren Funktionsfähigkeit –, sondern bietet auch zukunftsorientierte Services wie:
- Betreiberorientiertes Meldungs- und Qualitätsmanagement
- Zentralenübergreifende Zusammenarbeit über OCIT-C
- C-ITS mit Schaltzeitprognose: rein informativ über GLOSA sowie als virtuelle Anmeldung über verkehrsbehördlich angeordnetes C-Call
Das Land Hessen verwaltet derzeit ca. 2.300 Lichtsignalanlagen in eigener Straßenbaulast. Bei dieser Größenordnung ist es anspruchsvoll, die Qualität dauerhaft lückenlos zu überwachen. Hier hebt die LZH das Qualitätsmanagement auf ein neues Niveau: Auf Basis präziser Zustandsmeldungen lässt sich der Zustand jeder Anlage exakt nachvollziehen. Notwendige Maßnahmen zur Qualitätssicherung können so direkt durch Hessen Mobil oder den jeweiligen Hersteller veranlasst werden.
Durch die sukzessive Anbindung aller 2.300 Anlagen entsteht ein klares Gesamtbild, das gemeinsam mit Partnern für einen sicheren und verlässlichen Verkehrsfluss auf hessischen Straßen sorgt.
Bislang verfügten in Deutschland vor allem Großstädte über Verkehrszentralen zur Steuerung ihrer Lichtsignalanlagen. Dadurch entstanden isolierte Einzellösungen. Mit der Inbetriebnahme der LZH lassen sich – sofern gewünscht und technisch machbar – verkehrstechnische Lücken schließen. So wird eine straßenbaulastträgerübergreifende Kooperation möglich, etwa in Städten wie Fulda oder im Zulauf auf Ballungsräume. Dass diese Vernetzung reibungslos funktioniert, hat die LZH nicht nur bereits im Rahmen des Hessentags erfolgreich unter Beweis stellen können, sondern auch in Kooperation mit der Verkehrsmanagementzentrale Rhein Main für den verkehrsstrategisch wichtigen Raum rund um die Main-Metropole.
Der Aufbau einer landesweiten Zentrale ist zugleich ein klares Bekenntnis zu zukunftsfähigen, kooperativen Systemen (C-ITS). Im C-ITS-Testfeld Heusenstamm wird bereits die virtuelle Anmeldung für Radfahrende via Smartphone erprobt – ein Novum für eine Kleinstadt. Gerade in ländlichen sowie vor- und kleinstädtischen Räumen mit geringerem Kfz-Aufkommen spielt C-ITS seine Stärken aus: Es verkürzt Wartezeiten gezielt für Verkehrsteilnehmende, die sonst lange auf ein Grünsignal warten müssten.
In Bad Hersfeld wurde das C-Call-System zur Bevorrechtigung der Feuerwehr erstmals verkehrsbehördlich angeordnet. Die virtuelle Anmeldung an den Lichtsignalanlagen verkürzt die Ausrück- und Fahrzeiten im Einsatzfall spürbar und erhöht zugleich die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden. Damit wurde erstmals ein gefördertes C-ITS-Projekt dieser Art im ländlichen Raum in die Praxis überführt.
Mit der LZH beschreitet Hessen Mobil den Weg in die digitale Zukunft und schafft eine sichere, moderne Verkehrsinfrastruktur für das Land Hessen.