Martin Schwalm in der Salzhalle der Meisterei Baunatal

Winterdienstfahrer wird zum Retter in der Not

Martin Schwalm hat bei Hessen Mobil schon so ziemlich alles erlebt. Doch Ende Februar fand sich der Kollege der Straßenmeisterei Schwalmstadt (Nordhessen) in einer Situation wieder, die auch für ihn neu war. Aufgrund eines plötzliches Wintereinbruchs war Schwalm mit seinem Unimog unterwegs, um die Straßen zu räumen und zu streuen.

Martin Schwalm hat bei Hessen Mobil schon so ziemlich alles erlebt. Doch Ende Februar fand sich der Kollege der Straßenmeisterei Schwalmstadt (Nordhessen) in einer Situation wieder, die auch für ihn neu war. Aufgrund eines plötzliches Wintereinbruchs war Schwalm mit seinem Unimog unterwegs, um die Straßen zu räumen und zu streuen.

Als ich da ankam, hat alles geblinkt. Da ging nichts mehr.

Martin Schwalm Straßenmeisterei Schwalmstadt

Normalerweise können querstehende Autos in Eigenregie der Autofahrenden wieder fahrtüchtig gemacht werden. Anders stellt sich die Situation jedoch an diesem Tag auf dem Staufenberg dar: Schwalm ist noch nicht weit den Berg hinaufgefahren, als ihm schon Autofahrende entgegenkommen und abwinken, er müsse gar nicht weiterfahren, da käme er mit seinem Schneepflug sowieso nicht durch. Schwalm beschließt, sich die Sache mal anzusehen, parkt seinen Unimog am Straßenrand und läuft kurzerhand den steilen Berg zu Fuß nach oben. „Als ich da ankam, hat alles geblinkt. Da ging nichts mehr“, erinnert er sich. Nicht nur ein Bus hatte sich quer über die Fahrbahn gestellt, sondern auch ein Krankenwagen saß fest.

Zuerst denkt Schwalm noch, es habe vielleicht Verletzte gegeben, weil der Rettungswagen mit Blaulicht auf der Fahrbahn steht. Nach kurzer Rücksprache mit der bereits angerückten Polizei ist aber klar, dass der Krankenwagen gerade auf einem eiligen Krankentransport unterwegs ist. „Die beiden Polizisten waren noch sehr junge Kollegen, die wussten gar nicht genau, was sie machen sollten. Da bin ich dann eingesprungen“, erklärt der 57-Jährige und nimmt die Räumung der Fahrbahn kurzerhand selbst in die Hand.

Martin Schwalm am Steuer eines Meistereifahrzeugs

Die beiden Polizisten waren noch sehr junge Kollegen, die wussten gar nicht genau, was sie machen sollten. Da bin ich dann eingesprungen.

Martin Schwalm Straßenmeisterei Schwalmstadt

Das ist allerdings gar nicht so einfach: Die Busfahrerin des Busses, der sich zuerst quergestellt hatte, spricht leider kein Deutsch, sondern nur Spanisch. Hier kommt Schwalm jedoch der Zufall zu Hilfe. Er hatte vor einigen Jahren für vier Wochen in Spanien ein Haus saniert und kann sich deshalb auch auf Spanisch verständigen. Die Fahrerin hat allerdings einen solchen Schock, dass sie sich nicht traut, ihr großes Gefährt weiter zu bewegen. So setzt sich Schwalm kurzerhand selbst hinter das Steuer und rangiert den Bus auf der glatten Fahrbahn an die Seite. Der Weg wäre nun theoretisch frei für den Krankentransport, allerdings ist auch hier die Angst vor dem Wegrutschen zu groß. Also manövriert Schwalm das Fahrzeug in eine sichere Position, sodass der Transport wenig später weiterfahren kann.

Doch damit nicht genug. Eine Autofahrerin hat während des Wartens den Motor abgestellt, aber die Heizung laufen lassen. Nun streikt die Batterie. Also dreht Schwalm mit einem Helfer das Auto in Talrichtung und schiebt es an – der Motor springt an.

Nach und nach räumt sich nun die Fahrbahn. Als der Verkehr wieder rollt, setzt auch Schwalm sich wieder in seinen Unimog und fährt seine Streurunde zu Ende. Chapeau an unseren Kollegen für diesen genialen Einsatz!

Martin Schwalm mit Unimog in der Salzhalle der Meisterei Baunatal

Zur Person:

Martin Schwalm wollte früher unbedingt Flugzeugbauer werden, hat sich dann aber doch für eine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker in der Zentralwerkstatt der SM Baunatal entschieden. Seitdem ist er bei Hessen Mobil geblieben – erst in Neukirchen als Kolonnenführer, Bauwart und später als LKW-Fahrer, dann in Schwalmstadt, wo er irgendwann das Unimogfahren übernommen hat.

In diesem Jahr feiert er sein 40-jähriges Dienstjubiläum. Den Schritt zu Hessen Mobil hat er nie bereut.

 

Artikel: Leonie Röntgen & Jonas Tresbach

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