Eine topografische Karte, auf der der zukünftige Verlauf der B 275 OU Eschenhahn eingezeichnet ist.

B 275 - Ortsumgehung Eschenhahn

Die 3,3 Kilometer lange Umgehungsstraße wird Eschenhahn vom Durchgangsverkehr entlasten. Zudem ist die neue Trasse kürzer als die bestehende B 275.

Hessen Mobil baut eine Umgehung der Bundesstraße 275 um Idstein‑Eschenhahn. Nach der bereits erfolgten Baufreigabe hat der Bund Anfang 2026 die notwendigen Mittel für das Projekt bereitgestellt.

Die Ortsumgehung umfasst eine rund 3,3 Kilometer lange Strecke mit zwei Brückenbauwerken (eine 384 Meter lange Talbrücke über das Tal des Auroffer Bachs und einer Geh- und Radwegbrücke), eine Unterfahrung des Limes – fünf Regenrückhaltebecken, drei Stützwände, sowie vier Kleintierdurchlässe. Die Projektkosten belaufen sich auf rund 93,375 Millionen Euro.

die vorbereitenden Arbeiten starten im April 2026. Der Beginn des Trassenbaus ist mit einem Spatenstich für 2027 vorgesehen.

Verkehrssituation in Eschenhahn

Die B 275 verbindet Idstein mit Taunusstein und Wiesbaden und führt mitten durch Eschenhahn. Rund 13.000 Fahrzeuge passieren täglich die enge Ortslage. Die Bebauung steht dicht an der Straße, Fahrbahn und Gehwege sind schmal und stellen für Menschen mit Kinderwagen oder Rollatoren eine Herausforderung dar. Eine Verbreiterung der bestehenden Straße ist aufgrund der baulichen Strukturen nicht möglich.

Mit dem Bau der Ortsumgehung setzt Hessen Mobil ein wichtiges Infrastrukturprojekt um, das sowohl die Menschen im Ort als auch Pendlerinnen und Pendler spürbar entlasten wird. Die neue Trasse führt den Durchgangsverkehr künftig um Eschenhahn herum. Das reduziert im Ort Lärm und Abgase deutlich und erhöht die Sicherheit. Für Pendler verbessert sich zudem die Leistungsfähigkeit der Verbindung zwischen Idstein und Wiesbaden: Gleichmäßiger fließender Verkehr statt bergab und -auf durch das Auroffer Tal sorgt für angenehmeres Fahren durch geringere Gefälle und wirkt sich positiv auf Umwelt und Klima aus.

Für Eschenhahn bedeutet die Ortsumgehung eine riesige Entlastung. Gleichzeitig wird die starke Zerschneidung des Ortes deutlich verringert. So entsteht eine zukunftsfähige Verkehrsverbindung, die Mobilität verbessert und die Lebensqualität vor Ort spürbar steigert.

Vom Plan zum Bau

Für die Ortsumgehung wurden sechs verschiedene Trassenvarianten untersucht. Unter Berücksichtigung verkehrlicher, naturräumlicher und technischer Kriterien fiel die Wahl auf die sogenannte Variante 3.

Die neue Straße beginnt kurz vor der Einmündung der Kreisstraße 706 und verläuft gradlinig in nördliche Richtung über den Eschenhahner Stern – eine Wegekreuzung im Bereich des Weltkulturerbes Limes. Anschließend führt die Trasse in einer Rechtskurve südlich an der Hohelei vorbei und gelangt über eine Talbrücke über den Auroffer Bach zurück zur bestehenden B 275.

Eschenhahn erhält künftig nur noch eine westliche Anbindung an die neue B 275. Der Ort ist dann ein Sackgassendorf mit Buswendeanlage für den ÖPNV. Teile der bisherigen B 275 werden ab dem Bereich des Friedhofs Eschenhahn in Richtung Idstein zurückgebaut und zu einem Geh‑ und Radweg umgestaltet, genau wie die K 708.

Große Bauwerke

Entlang der neuen Bundesstraße entstehen unter anderem zwei neue Brückenbauwerke sowie eine Unterfahrung:

  • Im Bereich der Eisenstraße bleibt der bestehende Geh‑ und Radweg erhalten, indem eine Brücke über die neue B 275 geführt wird.
  • Das größte Bauwerk ist die rund 384 Meter lange Talbrücke, die das Tal des Auroffer Bachs überspannt und die neue Trasse höhengerecht einbindet.
  • Im Bereich des Eschenhahner Sterns kreuzt die neue B 275 den von den Römern errichteten Limes. Um das UNESCO‑Weltkulturerbe zu schützen, verläuft die Trasse an einer Stelle, an der der Limes durch bereits kreuzende Wege unterbrochen ist. Eine Unterfahrung (dann wahrgenommen als Tunnel) sorgt dafür, dass oberhalb die Wanderbeziehung entlang des Limes ohne Höhenunterschied möglich bleibt. Die Arbeiten erfolgen unter archäologischer Aufsicht.

Steigerung der Naherholung

Durch den Rückbau der bisherigen B 275 und der K 708 östlich von Eschenhahn entstehen neue, vom Verkehr getrennte Geh‑ und Radwege. Diese bieten eine direkte Verbindung nach Idstein und verbessern die Möglichkeiten für Freizeit und Naherholung. Radfahrende und Zufußgehende erhalten dadurch eine sichere Route abseits des motorisierten Verkehrs.

Busanbindung

Die Buslinie 271 verbindet Taunusstein und Idstein und führt heute durch Eschenhahn. Mit der neuen Straßenführung entfällt die Haltestelle „Rathausstraße“. Am Ortseingang entsteht an der Haltestelle „Panoramaweg“ ein Buswendeplatz, an dem der Bus künftig drehen und den Ort wieder verlassen kann. Die Taktzeit von etwa 13 Minuten zwischen Taunusstein und Idstein bleibt damit bestehen.

Durch die Verlegung der Busroute wird zusätzlich der innerörtliche Verkehr reduziert, da der Busverkehr künftig nur noch am Ortseingang stattfindet.

Planungsstand:Ausführungsplanung und Bauvorbereitung 
Kostenträger:Bund

Stand: März 2026, Projekt-HE-ID: 03488

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