L 763 Gieselwerder: Neubau der Brücke über die Weser (Wolfgang-Stremmel-Brücke)

L 763 Gieselwerder: Neubau der Brücke über die Weser (Wolfgang-Stremmel-Brücke)

Seitenansicht des denkmalgeschützten Bauwerks ändert sich nur wenig – Pfeiler und Überbau werden neu gebaut

Die Weserbrücke der Landesstraße L 763 in Gieselwerder (Wolfgang-Stremmel-Brücke) wird erneuert. Der Überbau aus Stahl und Stahlbeton sowie der Flusspfeiler der denkmalgeschützten Brücke werden abgerissen und neu errichtet. Die beiden Sandsteingewölbe rechts und links der Weser bleiben erhalten und werden verstärkt.

Die gewohnte Seitenansicht der Weserbrücke wird sich mit dem Neubau nur wenig ändern. Der Brückenpfeiler in der Weser wird in gleicher Form aus Stahlbeton mit der bekannten Ummantelung aus Sandstein wiederaufgebaut. Der neue Überbau wird wie der jetzige in Stahlverbundbauweise errichtet. Drei Stahlträger werden künftig die Fahrbahnplatten aus Beton tragen. Um die Stahlträger besser vor Korrosion zu schützen, rücken diese im Vergleich zu den Trägern der jetzigen Brücke vollständig unter die Fahrbahnplatte. Die leicht nach oben geformte Gradiente des Gesamtbauwerks wird sich kaum sichtbar um etwa einen Meter erhöhen. Aus dem Gewölbe innerhalb der Sandsteinmauern wird nicht tragfähiges Material entfernt und durch Stahlbeton ersetzt, um somit die Gesamttragfähigkeit für die stark gestiegene Verkehrsbelastung zu erhöhen.

L 763 Weserbrücke Gieselwerder künftige Seitenansicht

Beim Blick von den Zufahrten auf die neue Brücke, gibt es einige Neuerungen. Das künftige Bauwerk erhält einen drei Meter breiten Geh- und Radweg, der sich auf der flussaufwärts gerichteten Seite der Brücke befindet. Dieser ersetzt die beidseitig der Fahrbahn befindlichen schmalen Wege der jetzigen Brücke. Auch der Querschnitt der Fahrbahn wird um einen halben Meter auf 6,50 Meter vergrößert. Insgesamt wird die Brücke mit 12,35 Meter um knapp einen Meter breiter.

Die Bauzeit wird mit mindestens 24 Monate kalkuliert. Damit die Querung der Weser auch während des Baus der neuen Brücke möglich bleibt, wird wenige Meter flussabwärts eine Behelfsbrücke aufgebaut.

Aktuell erstellt ein Ingenieurbüro den konkreten Bauwerksentwurf. Parallel dazu werden die weiteren Planungen und Abstimmungsprozesse vorangetrieben, die zum Erlangen des Baurechts notwendig sind. Hier geht es unter anderem darum, den erforderlichen Grunderwerb zu vollziehen und denkmalpflegerische Fragen zu klären. Auch müssen der Hochwasserschutz und die ökologischen Belange im Blick behalten werden. Ebenso muss die Schiffbarkeit der Weser als Bundeswasserstraße gewährleistet bleiben.

Sobald die erforderlichen Genehmigungen vorliegen und die Entwurfsplanung abgeschlossen ist, kann die Ausschreibung der Bauleistung erfolgen. 

Planungsstand:Entwurfsplanung
Kostenträger:Land Hessen

Stand: Januar 2026

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