Bei der Mainbrücke handelt es sich um drei Teilbauwerke
- die Vorlandbrücke bei Gustavsburg (Teilbauwerk C)
- die Strombrücke (Teilbauwerk B) und
- die Rampe Kostheim (Teilbauwerk A).
Landkreis Groß-Gerau
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Bei der Mainbrücke handelt es sich um drei Teilbauwerke
Im Rahmen der regelmäßigen Bauwerksprüfungen wurde eine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit und der Dauerhaftigkeit wegen umfangreichen Schäden an Kappen, Überbau, Pfeiler, Entwässerung, Straßen- und Gehweg sowie an Geländern festgestellt.
Die umfangreiche Sanierung startet Anfang August 2026 und betrifft alle drei Teilbauwerke. Es wird mit einer Bauzeit vorn rund 3 Jahren geplant.
Zur Baumaßnahme
Das Sanierungskonzept sieht eine grundhafte Instandsetzung der Ober- und Unterseite aller Brückenteile vor.
Oberhalb werden Übergangskonstruktionen sowie Kappen und Geländer der insgesamt rund 385 Meter langen Überführung über den Main ausgetauscht. Abläufe und Entwässerungsleitungen sowie Abdichtungen und Fahrbahnbeläge werden ebenfalls teilweise erneuert. Zudem werden am Stahltragwerk schadhafte Bauteile ersetzt, alle Stahlteile einen neuen Korrosionsschutz.
Unterhalb werden die Wand der Kostheimer Rampe sowie Widerlager und Pfeilen der Vorlandbrücke und Strombrücke saniert. Dabei werden Risse im Bereich der Lagersockel und des Sandsteinmauerwerks verpresst und Fugen im Mauerwerk sowie im Beton instandgesetzt. Zudem werden die Brückenlager, die zwischen Überbau und Unterbau liegen, instandgesetzt.
Ebenfalls werden die waagrechten Kragarme der Brückenteile verstärkt (Vorlandbrücke) oder neu hergestellt (Rampe Kostheim).
Geplanter Bauablauf:
Die Maßnahme beginnt mit den Arbeiten an der Vorlandbrücke auf der Seite Ginsheim-Gustavsburg am 3. August 2026. Dazu muss die B 43 im Baustellenbereich zunächst in Fahrtrichtung Wiesbaden halbseitig gesperrt werden. Der Verkehr wird mittels Ampel geregelt.
Die Arbeiten in dieser Bauphase werden bis voraussichtlich Dezember 2026 andauern.
Danach folgen nacheinander die Instandsetzung der Kostheimer Rampe und der Strombrücke.
Instandsetzungsarbeiten Gustavsburger Vorlandbrücke (Teilbauwerk C)
Bei der Vorlandbrücke handelt es sich um eine 164 Meter lange Spannbetonkonstruktion aus dem Jahr 1955 mit sechs Einfeldträgern und einem Kastenwiderlager.
Auf der Oberseite des Brückenbauwerks werden als erstes in Fahrtrichtung Wiesbaden (Oberstromseite des Mains) die Kappen mit Gesims und Geländer erneuert.
Dabei werden jeweils auch die waagrechten Kragarme (auskragende Arme, die von Brückenpfeilern getragen werden) verstärkt.
Abschließend wird unter Vollsperrung die Fahrbahn samt Rinne neu aufgebaut und die Übergangskonstruktionen erneuert.
Instandsetzungsarbeiten Strombrücke (Teilbauwerk B)
Die rund 182 Meter lange Strombrücke wurde in den Jahren 1946/ 1955 erbaut und besteht aus zwei getrennten statischen Systemen. Es handelt sich um eine 1-Feld- und 2-Feld-Stahlfachwerkkonstruktion mit Betonfahrbahn.
Auf der Brücke sind Verstärkungsmaßnahmen vorgesehen, um die Stabilität des Bauwerks zu erhöhen. Hierbei werden am Fachwerk oben und unten zusätzliche Lamellen eingebaut. Da dies während einer größtmöglichen Entlastung der Brücke durchgeführt werden muss, ist hierbei eine Vollsperrung notwendig.
Zudem werden die Fahrbahnabdichtung, der Fahrbahnbelag sowie die Übergangskonstruktion erneuert, ein Schrammbord an den Kappen angebracht und lose Nieten im Fachwerk ersetzt. Die gesamte Stahlfachwerkkonstruktion erhält einen neuen Korrosionsschutz.
Instandsetzungsarbeiten Kostheimer Rampe (Teilbauwerk C)
Die Rampenkonstruktion auf der Seite Kostheims ist etwa 28 Meter lang und wurde 1888 erbaut. Sie besteht aus mehreren unabhängigen statischen Systemen wie Deckplatten, Stützmauern, Gewölben und Kragenträgern – freitragende Bauteile, die über das Bauwerk hinausragen.
Vor Beginn der Bauarbeiten findet im Bereich der Verkehrsinsel zunächst eine Kampfmittelsondierung sowie eine Bohrerkundung statt, die Auskunft über den Baugrund der Rampen-Konstruktion geben soll. Die Ergebnisse des Bodens sind Voraussetzung für die Herstellung eines Baugrubenverbaus, um die Rampe grundhaft instand zu setzen.
Als ersten muss daher die Verkehrsinsel im Bereich der Rampe auf der B 43 zurückgebaut werden. Anschließend wird die Baugrube auf der Mitte der Fahrbahn hergestellt.
Danach erfolgt unter halbseitiger Sperrung der Rückbau und die Erneuerung des Kragarms, einschließlich der Herstellung neuer Kappen und einer neuen Fahrbahn in Fahrtrichtung Kostheim (Oberstromseite Main)
Für den Aufbau des Traggerüst zur Herstellung des neuen Kragarmes muss die Straße „Mainufer“ vollgesperrt werden. Teilweise müssen in diesem Zusammenhang zeitweise auch Parkplatzflächen am Mainufer entfallen.
Anschließend werden unter halbseitiger Sperrung der B43 die Kellerräume im Gewölbe der Rampe saniert.
Zum Abschluss erhält die Fahrbahn der Rampe einen neuen Fahrbahnbelag. Dies muss ebenfalls unter Vollsperrung stattfinden.
Die Unterführungen der Kostheimer Rampe sowie der Vorlandbrücke ist für Fußgänger- und Radfahrende durchgängig geöffnet. Auch wird immer auf einer Seite der Mainbrücke der Rad- und Fußverkehr geführt werden.
Kosten
Die Kosten für die grundhafte Instandsetzung belaufen sich auf rund 10 Millionen Euro und werden vom Bund und der Stadt Wiesbaden getragen.
| Projektstatus: | In Umsetzung |
| Kostenträger: | Bund |
Stand: Juli 2026