Diese Maßnahme ist ein wichtiger Baustein für eine ortsdurchfahrtsfreie Verbindung zwischen der A 44 (Diemelstadt) im Norden und der vierstreifigen B 3 bei Marburg im Süden. Die geplante Umgehung soll den Durchgangsverkehr aus den Ortskernen verlagern und die Lebensqualität in den betroffenen Ortschaften erheblich verbessern. Insbesondere die Ortsdurchfahrten in Münchhausen, Simtshausen, Todenhausen, Wetter, Niederwetter, Sarnau und Lahntal-Göttingen sollen durch die Umgehungsstraße um bis zu 90 Prozent vom Verkehr entlastet werden.
Neben der Verkehrsentlastung zielt das Projekt darauf ab, Gefahren- und Unfallquellen zu beseitigen, indem höhengleiche Bahnübergänge entfernt und sichere Anschlüsse an die B 236, B 62 und verschiedene Kreisstraßen geschaffen werden. Der Ausbau der B 252 zu einer überregionalen Verbindung (Straßenkategorie A II) stärkt die wirtschaftliche Anbindung der Landkreise Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf.
Die ca. 17,6 Kilometer lange Baumaßnahme umfasst den Neubau von Straßen, Brücken und Regenrückhaltebecken sowie den Teilrückbau der alten B 252 und angrenzender Straßen.
Bauausführung
Der ca. 5,25 Kilometer lange 1. Bauabschnitt umfasst die Strecke zwischen Wetter und Lahntal-Goßfelden. Dieser Abschnitt beinhaltet 14 Bauwerke (Brücken, Durchlässe, etc.), vier Irritationsschutzwände, fünf Irritationsschutzzäune, Erdwälle, vier Regenrückhaltebecken sowie landespflegerische Maßnahmen.
Zunächst wurde mit dem Bau der Brücken begonnen. Die Arbeiten begannen am 29.07.2013 für den 1. Bauabschnitt am Bauwerk 15 (BW 15) bei Wetter. Ebenso wurde die Verlegung der Landesstraße 3091 und der Ausbau der Kreisstraße 84 inklusive der Anschlüsse an die spätere Ortsumgehung hergestellt.
Mit dem Streckenbau des ersten Bauabschnitts und den Regenrückhaltebecken wurde im September 2016 begonnen. Die offizielle Verkehrsfreigabe dieses Abschnittes fand am 21.12.2019 statt.
Der 2. Bauabschnitt teilt sich in die Abschnitte Nord (Bereich Münchhausen) und Süd (Bereich Lahntal) auf. Am 06.10.2016 wurde dieser 2. Bauabschnitt mit einem offiziellen Spatenstich begonnen.
Der Abschnitt Nord erstreckt sich auf einer Streckenlänge von ca. 9,2 km. In diesem Abschnitt wurden 14 Bauwerke (Brücken, Durchlässe), zwei Irritationsschutzwände für Fledermäuse sowie neun Regenrückhaltebecken errichtet. Darunter gehört auch die Wollmartalbrücke (BW 3), die mit 290 Metern die längste Brücke der Ortsumgehung ist.
Begonnen wurde am Abschnitt Nord im Oktober 2016 mit dem Bau der Überführung der L 3090 (BW 8). Der Bauabschnitt Nord wurde am 20.10.2023 für den Verkehr freigegeben. Bis zum Frühjahr 2024 finden noch Restarbeiten entlang dieses Bauabschnittes statt.
Der Abschnitt Süd der neuen Umgehungsstraße befindet sich noch im Bau. Er erstreckt sich auf einer Länge von ca. 3,5 km. In diesem Abschnitt entstehen sieben Brücken, zwei Durchlässe, eine Irritationsschutzwand und mehrere Regenrückhaltebecken.
Im Zuge der Bauarbeiten für diesen Abschnitt wurden eine querende Hauptgasleitung und Freileitungen verlegt. Auch die Gleise der Kurhessenbahn und der Lahntalradweg haben im Baufeld einen neuen Verlauf erhalten. Die neuen Brücken (Bauwerke 23 bis 28) im südlichen Abschnitt zwischen Goßfelden und Göttingen sind bereits fertiggestellt.
Im Vorfeld des Streckenbaus wurden insgesamt 75.000 Kubikmeter Erdaushub aus dem Bereich zwischen Ernsthausen und Münchhausen in den Bereich im Lahntal transportiert.
Nachdem im späten Herbst 2024 die Asphaltarbeiten auf der neuen Strecke abgeschlossen werden konnten, folgen Arbeiten an den Straßenbanketten, Pflasterarbeiten bei den Brücken und bei der Straßenentwässerung. Weitere Schritte umfassen den Bau einer Irritationsschutzwand auf der Wetschaftsbrücke zum Schutz von Tieren, die Installation der Schutzplanken, Beschilderungen und Markierungen, das Fertigstellen von Regenrückhaltebecken und Wirtschaftswegen.
Auch die neuen Anschlussstellen Lahntal-Göttingen und Lahntal-Goßfelden müssen fertig ausgebaut werden. Nach dem aktuellen Zeitplan soll der Durchgangsverkehr voraussichtlich im Sommer 2025 auch diesen südlichen, letzten Abschnitt der Ortsumgehung befahren können.
Nach Verkehrsfreigabe der Ortsumgehung müssen noch Restarbeiten an den neuen Anschlussstellen Göttingen und Goßfelden fortgesetzt und abgeschlossen werden. In diesem Zeitraum ist mit Beeinträchtigungen in der Verkehrsführung zu rechnen.
Darüber hinaus sind in den nächsten Jahren Rückbau- bzw. Teilrückbauarbeiten an der alten B 252 und angrenzender Straßen umzusetzen.
Projektstatus: | Fertiggestellt: 1. Bauabschnitt zwischen Wetter und Lahntal-Goßfelden Fertiggestellt: 2. Bauabschnitt Nord (Münchhausen) Bauausführung: 2. Bauabschnitt Süd (Lahntal) |
Baubeginn: | 1. Bauabschnitt: Spatenstich am 29.07.2013 2. Bauabschnitt: Spatenstich 6.10.2016 |
Bauende: | 1. Bauabschnitt: Verkehrsfreigabe am 21.12.2019 2. Bauabschnitt Nord: Verkehrsfreigabe am 20.10.2023 2. Bauabschnitt Süd: voraussichtlich Sommer 2025 |
Kostenträger: | Bund |
Maßnahmen für das FFH-Gebiet "Obere Lahn und Wetschaft mit Nebengewässern"
Der Neubau der B 252 / B 62 Ortumfahrungen für Münchhausen, Wetter und Lahntal quert das FFH-Gebiet DE 5118-302 "Obere Lahn und Wetschaft mit Nebengewässern". Dies führt zu einer erheblichen Beeinträchtigung des prioritären Lebensraumtyp *91E0 "Auwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion Incanae, Salicion albae)". Die erheblichen Beeinträchtigungen resultieren aus Flächenverlusten und aus verkehrsbedingten Stickstoffeinträgen. Zur Kohärenzsicherung wird die Entlastungswirkung bei den Stickstoffeinträgen berücksichtigt. Ergänzend werden darüber hinaus 4.090 m² und 700 m² Auwald an der Wetschaft innerhalb des FFH-Gebietes neu entwickelt. Die Entwicklung des Auwaldes wird durch ein Monitoring überwacht.
Stand: März 2025, Projekt-HE-ID: 02254