Mit dem heutigen Spatenstich beginnen die Bauarbeiten für den Neubau der Brücke über die Bahnstrecke im Zuge der Landesstraße 3089 bei Marburg-Nord. Die Verkehrsfreigabe des Neubaus, der die seit November 2024 gesperrte Querung ersetzt, ist für Ende 2027 geplant. Die Brücke in der Neuen Kasseler Straße stellt eine wichtige Verbindung für den Verkehr im Marburger Norden dar.
„Der heutige Spatenstich ist ein entscheidendes Signal für die Menschen in der Region. Nach der notwendigen Sperrung und dem Abriss der alten Brücke aus Sicherheitsgründen schaffen wir nun eine moderne, sichere und dauerhafte Querung. Wir wissen um die Belastungen durch die Umleitungen und danken allen für ihre Geduld. Dieses Projekt hat für uns höchste Priorität, um die alltäglichen Wege für die Bürgerinnen und Bürger sowie die Erreichbarkeit der ansässigen Unternehmen schnellstmöglich wiederherzustellen.“, erklärt Annett Nusch, Dezernentin Planung und Bau Westhessen bei Hessen Mobil.
Notwendigkeit des Neubaus
Die 1965 fertiggestellte Brücke musste am 26. November 2024 für den Verkehr vollständig gesperrt werden. Zuvor war die Brücke bereits seit 2023 engmaschig überwacht worden. Sonderprüfungen hatten Risse an der Stegunterseite festgestellt, die sich tief in den Konstruktionsbeton fortsetzten und die Standsicherheit gefährdeten. Umfangreiche Nachrechnungen zeigten, dass eine Sanierung weder technisch sinnvoll noch wirtschaftlich vertretbar war. Daraufhin wurde der Überbau der alten Brücke bereits im März 2025 abgerissen.
Zum aktuellen Zeitplan
Nachdem Hessen Mobil am 10. April 2026 eine Arbeitsgemeinschaft mit den Planungs- und Bauleistungen beauftragt hatte, begannen Ende Mai die vorbereitenden Arbeiten. Seit Juni wurden die Widerlager und Rampen der alten Brücke zurückgebaut und die Flächen für die Baustelleneinrichtung vorbereitet. Der nun startende Neubau soll nach aktuellem Plan Ende 2027 für den Verkehr freigegeben werden.
Für einige Arbeiten, wie zum Beispiel den Einhub der neuen Brückenträger mit einem Mobilkran, müssen die unter der Brücke verlaufenden Bahngleise – also die Bahnstrecke zwischen Marburg und Cölbe – gesperrt werden. Die sogenannten Sperrpausen sind zwingend erforderlich. Ohne eine entsprechende Unterbrechung des Bahnverkehrs kann nicht gearbeitet werden. Hier fragt Hessen Mobil mögliche Zeitfenster bei der Deutschen Bahn AG ab. Über den genauen Zeitpunkt der Sperrpausen werden die Bahn und Hessen Mobil noch informieren.
Der Bauablauf ist wie folgt vorgesehen:
- Bis Ende August 2026: Abbruch der bestehenden Widerlager der alten Brücke
- Ab August bis Mitte Oktober 2026: Herstellen der Bohrpfähle und der Gründung
- Arbeiten an der Oberleitungsanlage sowie Sicherung und Abspannung der Oberleitungsmaste in Sperrpausen Mitte Oktober über mehrere Nächte verteilt.
- Ab Mitte November 2026 bis Ende April 2027: Herstellen der neuen Widerlager
- 16. -18. Mai 2027: Sperrung der Bahnstrecke zur Montage der Stützjoche vor den Widerlagern
- 21. – 27. Mai 2027: Einhub der neuen Brückenträger mit einem Mobilkran in nächtlichen Sperrpausen
- Bis Mitte Oktober 2027: Herstellen der Fahrbahnplatte sowie Ergänzung mit Kappen und Abdichtung/ Fahrbahnbelag (UHPC), Brückenausstattung, Straßenbau, Leitungsarbeiten
- Voraussichtlich Ende 2027 (witterungsabhängig): geplante Verkehrsfreigabe
- Bis Ende 1.Quartal 2028: Restarbeiten und Rückbau der Baustelleneinrichtung
Bis zur Fertigstellung des Ersatzneubaus Ende 2027 bleibt die L 3089 im Baustellenbereich voll gesperrt. Die bereits bestehenden Umleitungen sind ausgeschildert.
Details zum Neubau
Der Ersatzneubau der Landesstraßenbrücke Marburg-Nord über die Bahngleise entsteht an gleicher Stelle wie das alte Bauwerk.
Im Zuge der Abbrucharbeiten werden die bestehenden Widerlager bis etwa auf Höhe der Gleisanlagen zurückgebaut. Für die Gründung der neuen Brücke werden durch die verbliebenen Fundamentbereiche hindurch neue Bohrpfähle hergestellt. Auf diesen Tiefgründungen entstehen die neuen Widerlager.
Der neue Überbau wird als Stahlverbundkonstruktion ausgeführt. Dabei bilden Stahlträger aus wetterfestem Stahl gemeinsam mit der darüberliegenden Fahrbahnplatte aus Beton die tragende Konstruktion der Brücke. Eine Besonderheit stellt der Einsatz von ultrahochfestem Faserbeton (UHFB), aufgebracht auf die Fahrbahntafel und künftig direkt befahren, dar. Dieser besonders widerstandsfähige Hochleistungsbaustoff ermöglicht eine sehr robuste und dauerhafte Konstruktion und trägt so zu einer langen Nutzungsdauer der neuen Brücke bei.
Mit dieser Bauweise kommt eine innovative und auf hohe Dauerhaftigkeit ausgerichtete, technische Lösung zum Einsatz.
Kosten und Kostenträger
Die Kosten für das neue Bauwerk liegen bei rund 15 Millionen Euro. Hinzu kommen etwa 3 Millionen Euro für den Abbruch und weitere Nebenarbeiten.
Hessen Mobil stellt aktuelle Informationen in den FAQ zu dieser Brückensperrung ebenfalls ein unter www.mobil.hessen.de/sperrung-der-l-3089-bruecke-ueber-die-bahn-bei-marburg-nordÖffnet sich in einem neuen Fenster.