Grünbrücke

Zentrale

Hessen bringt Infrastruktur und Naturschutz zusammen

Landesweites Wiedervernetzungskonzept veröffentlicht

Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum hat gemeinsam mit Hessen Mobil ein landesweites Wiedervernetzungskonzept veröffentlicht. 

Das Fachkonzept identifiziert landesweit 30 prioritäre Wiedervernetzungsabschnitte entlang von Bundes- und Landesstraßen in der Zuständigkeit von Hessen Mobil. 

Ziel ist es, geeignete Maßnahmen frühzeitig zu identifizieren und fachlich vorzubereiten, um die biologische Vielfalt zu stärken und gleichzeitig die Umsetzung künftiger Straßenbauprojekte besser planbar zu machen. Das Konzept dient dabei als fachliche Grundlage für spätere Planungsverfahren und trifft keine Vorentscheidung über einzelne Maßnahmen.

Wirtschafts- und Verkehrsstaatssekretärin Ines Fröhlich sagte: „Eine moderne Infrastrukturpolitik verbindet leistungsfähige Verkehrswege mit einem verantwortungsvollen Umgang mit unserer Natur. Mit dem Wiedervernetzungskonzept schaffen wir die Grundlage dafür, Ausgleichsmaßnahmen dort umzusetzen, wo sie den größten ökologischen Nutzen entfalten. So stärken wir die biologische Vielfalt, schonen wertvolle landwirtschaftliche Flächen und schaffen gleichzeitig bessere Voraussetzungen für die Umsetzung wichtiger Infrastrukturvorhaben. Das ist nachhaltige Infrastrukturpolitik mit Augenmaß.“

Aunahme einer Nachsichtkamera von Wildschweinen, die iene Grünbrücke überqueren

Frühzeitig planen, Flächen gezielt schonen

Das Wiedervernetzungskonzept verfolgt einen neuen Ansatz: Geeignete Wiedervernetzungsmaßnahmen werden bereits unabhängig von konkreten Straßenbauprojekten fachlich identifiziert und als Suchräume vorbereitet.

Dadurch können sie bei späteren Infrastrukturvorhaben frühzeitig in die Planung einbezogen werden. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt weiterhin im jeweiligen Genehmigungsverfahren, in dem geprüft wird, ob und in welcher Form eine Maßnahme umgesetzt werden kann.

Landesweit wurden 30 prioritäre Wiedervernetzungsabschnitte identifiziert. Dazu zählen potenzielle Standorte für Grünbrücken, Grünunterführungen und Gewässerquerungen, die Wildtieren das sichere Überqueren von Straßen ermöglichen und zerschnittene Lebensräume wieder miteinander verbinden können.

Die Finanzierung erfolgt über die naturschutzfachliche Kompensation von Straßenbauvorhaben. Der flächensparende Ansatz entspricht zugleich der Zielsetzung des hessischen Koalitionsvertrags, Ausgleichsmaßnahmen möglichst ohne zusätzlichen Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen umzusetzen.

Bei der weiteren Konkretisierung der Maßnahmen werden die zuständigen Naturschutzbehörden sowie die örtlichen Naturschutzverbände frühzeitig beteiligt. So können naturschutzfachliche Anforderungen und regionale Besonderheiten bereits im Planungsprozess berücksichtigt werden.

Reh, das beim Überqueren einer Grünbrücke direkt in die Kamera schaut

Hintergrund

Verkehrswege zerschneiden Lebensräume und erschweren Wildtieren den Austausch zwischen Populationen. Wiedervernetzungsmaßnahmen wie Grünbrücken oder Grünunterführungen tragen dazu bei, diese Lebensräume wieder miteinander zu verbinden und die biologische Vielfalt langfristig zu erhalten.

Das landesweite Wiedervernetzungskonzept von Hessen Mobil ist Teil einer bundesweiten Strategie zur Verringerung der Lebensraumzerschneidung durch Verkehrsinfrastruktur und dient als fachliche Grundlage für künftige Straßenbauprojekte in Hessen