Neubau der Zeller Brücke
Am 22. Dezember 2025 konnte der Neubau der Zeller Brücke an die Arbeitsgemeinschaft Eiffage Infra-Süd und Eiffage Infra-West vergeben werden.
Die Ausschreibungsunterlagen waren Anfang August veröffentlicht worden.
Um möglichst schnell mit dem Neubau der Brücke beginnen zu können, handelt es sich dabei um eine funktionelle Ausschreibung, bei der die Baufirma neben den gesamten baulichen Maßnahmen auch für die Ausführungsplanung mit dazugehöriger Entwurfsplanung inklusive aller Fachplanungen verantwortlich ist.
Der Neubau wird ein Spannbetonbauwerk mit drei Feldern sein, analog zur abgerissenen alten Brücke. Auch in der Ansicht wird sich der Neubau mit dem markanten Pfeilerpaar am bisherigen Erscheinungsbild orientieren.
Das neue Brückenbauwerk wird wegen der etwas größeren Bauhöhe des Überbaus konstruktionsbedingt um etwa 51 Zentimeter höher sein.
Die Kosten liegen bei rund 11 Millionen Euro und werden vollständig vom Bund getragen. Die voraussichtliche „Lebensdauer“ der neuen Spannbetonbrücke beträgt 80 bis 100 Jahre.
Zeitplan für den Neubau
Begonnen werden die Bauarbeiten Anfang Mai 2026 mit der Tiefgründung der neuen Pfeiler. Dazu wird ein mobiler Baukran zwischen beiden Pfeilern errichtet.
In den Hessischen Sommerferien (26. Juni -7. August 2026) wird in der sechswöchigen Sperrpause der Bahnstrecke das Widerlager Süd hergestellt. Auch dafür wird ein mobiler Baukran oberhalb auf der B 45 installiert.
Danach erfolgt die Herstellung des Widerlagers Nord. Auch auf der Nordseite der B 45 wird ein mobiler Kran stehen.
Die Unterbauten und die Stützwände werden ab Oktober fertigstellt.
Die hessischen Herbstferien (5.-17. Oktober 2026) werden genutzt, um während einer weiteren Sperrpause der Bahn das Tragegerüst über der Bahnlinie für die Schalung des Überbaus zu bauen.
Anschließend soll im November der Überbau in Einem betoniert werden.
Im Winter ist vorgesehen, die Kappen und die Abdichtung der Brücke herzustellen, die Brückenausstattung zu errichten sowie mit dem Rückbau von Baustraße und Behelfsbrücke zu beginnen. Im Zuge dessen werden auch die Höhenunterschiede zwischen bestehender Straße der B 45 und der neuen Brücke angepasst.
Die Verkehrsfreigabe ist für Juni 2027 geplant, je nach den Witterungsverhältnissen im Winter.Ende April 2025 wurde die Talbrücke, die die Bundesstraße B 45 über die Bahnstrecke und die Mümling bei Bad König/Zell überführt, zur Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Grund dafür waren aufgetretene Risse im Beton, die bei Brückenprüfungen festgestellt wurden.
Eine einberufene Task-Force plant Abriss und Wiederaufbau der Brücke, , um die Hauptverkehrsader des Odenwaldes schnellstmöglich wieder unter Verkehr zu setzen.Bei dem Bauwerk handelt es sich um eine Spannbetonhohlkastenbrücke, die als Durchlaufträger über drei Felder mit Stützweiten von bis zu 42 Metern konzipiert ist. Das Bauwerk wurde 1961 mit dem sogenannten Spannblockverfahren errichtet, das konstruktionsbedingt Spannungsrisskorrosion fördern kann. Mehr dazu in unserem FAQ
Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung der B 45 und der verkehrlichen Bedeutung des Brückenbauwerks besteht eine hohe Dringlichkeit, eine schnellstmögliche Lösung für die vielen Betroffenen zu finden. Durchschnittlich 16.000 Fahrzeuge nutzen die Brücke im Normalfall täglich.